Traum – Psychose – Art Brut

In der Erörterung zur psychischen Natur des Wünschens kommt Freud im VII. Kap. der „Traumdeutung“ zu dem Schluß, daß das Wünschen auf ein Halluzinieren hinausläuft, also auf eine Wahrnehmungsidentität zielt = die Wiederholung einer Wahrnehmung, die mit einer Bedürfnisbefriedigung verknüpft ist. Das Träumen als halluzinatorische Wunscherfüllung ist harmlos, weil während des Schlafes der Zugang zur Motilität versperrt ist. Können wir nicht die gängige Einordnung von bestimmten psychotischen Bildproduktionen als Art Brut als das Delegieren eines kollektiven Träumens betrachten? Als Betrachter von Kunstwerken können wir uns einem regressiven Kunstgenuß hingeben, der uns versagt bliebe, würden wir uns eingestehen, daß wir bildgewordene Halluzinationen vor uns haben.

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